Ihr 7. Februar 2024l
 

Über Livia Lisboa

Die Künstlerin Livia Lisboa ist in Brasilien geboren und aufgewachsen. Mit einer deutschen Mutter und einem brasilianischen Vater hat sie schon immer die Erfahrung gesammelt, dass es oft verschiedene Sichten der Dinge gibt. Nichts ist absolut, gleichwertig oder so real wie es scheint, es gibt immer verschiedene Blickwinkel. Nach der deutschsprachigen Schule in São Paulo hat sie die Kunstschule Alsterdamm in Hamburg absolviert. Als Grafik-Designerin hat sie anschließend in São Paulo in verschiedenen Werbe - und Designagenturen als Art-Direktorin gearbeitet. Nach 8 Jahren kehrte sie wieder nach Deutschland zurück und war erst in Frankfurt und dann in Hamburg tätig, wo sie bis heute ihren Wohnsitz hat. Seit 1996 ist sie selbständige Grafik-Designerin.

Ihren Blick durch die Kamera hat sie immer überall hin begleitet. Schon als 14-Jährige hat sie mit einer Nikon bis heute noch „modern“ geltende Fotos gemacht. Damals experimentierte sie oft mit Dias, die sie übereinander legte und auf Papier belichten ließ. Es kamen schon die ersten Vorläufer Ihrer faszinierenden Fotokompositionen zustande. Heute verbindet sie die erlernte Technik der Grafikprogramme mit der digitalen Fotografie und erzeugt noch interessantere Effekte, als damals mit den Dias.

Die erste Serie der Künstlerin mit Kompositionen hatte brasilianische Motive: tropische Momente, Erotik und Blumen. Das Reisen bildet für die Künstlerin die Faszination, aus der sie ihre Ideen und Inspirationen schöpft. Selbst ihren Wohnort Hamburg empfindet sie wie eine Reise; eine Zeit, in der man an einem Ort verbringt. Und so hat sie die Stadt mit dem Auge einer Durchreisenden fotografiert. Es entstand die zweite Serie "Hamburg im Blick" mit eindrucksvollen Bildern, wo sich die stärksten Motive durchsetzen und sich mit Erinnerungen überlagern.

Der Klimawandel hat sie genauso beschäftigt wie uns alle. Die wunderschönen Landschaften, die sie fotografiert hat, sind bedroht. Es entsteht eine neue Serie: "TRUE FICTION". Die ersten Bilder zeigen die reine und intakte Natur, einerseits die Arktis, die langsam schmilzt, andererseits die Tropen, die vernichtet werden. Diese Gegensätze, die für sich das Gleichgewicht in der Natur bedeuten, werden in den Kompositionen verschmelzt zu utopischen Landschaften. Gegensätze in sich. Der Titel ist ein Oximoron. Die ausgewählte Bildsprache ist die Schönheit der Natur und dadurch wunderschöne Utopien. Diese dürfen so aber nicht passieren, denn das wäre das Ende der Welt! Es sind leise und schöne Bilder, die aber eine schmerzende und still-schreiende Natur zeigen.


Ausstellungen vor der Galerieeröffnung

2005: „Tropical Moments“ /Gemeinschaftsatelier Lochner in Hamburg
2006: „Tropical Moments“ Praxis ProSapiens in Berlin
2009: „Hamburg im Blick“ in der Kanzlei Format
2010: „Hamburg im Blick“ in der Fabrik der Künste
2011: „Hamburg im Blick“ bei MAN ROLAND

2012: „Tropical Moments" / EZLA (Europäisches Zentrum für Lateinamerika)
2012 - 2014: Galerie Udo Lindenberg & more
2019: Auswahl von "True Fiction" in der Galerie Achtzig Berlin
2019: Galerie Kunstraum Deichstrasse
2020: neue Serie: "True Fiction" bei Albrecht, Kitta & Co.